Geschichte

1898: Gründung der Feuerwehr und Bau des ersten „Spritzenhauses“

1908: 10–jähriges Bestandsjubiläum der Feuerwehr anlässlich des 60 Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph

1925: Regulierung der großen Tulln

07.08.1927: Weihe der ersten Motor–Feuerspritze

1939 / 1940:  Reparatur der durch Erdrutsch beschädigten Regulierungsmaßnahmen der großen Tulln

1948: 50–jähriges Bestandsjubiläum der Feuerwehr

1953: Kauf des ersten motorisierten Fahrzeuges, ein alter Dodge aus Beständen der US Army. Bis dahin wurde der Spritzenwagen mit dem Pferd gezogen!

1963: Ankauf einer neuen TS von Rosenbauer mit Käfer – Motor

1967: Ankauf eines Ford Transit und Umbau zu erstem KDO

1972: Gemeindezusammenlegung – die FF Dietersdorf kommt zur Großgemeinde Sieghartskirchen

1973: Zubau einer Garage zum mittlerweile zu kleinen Feuerwehrhaus

1974: Austausch des alten Dodge aus dem Krieg durch ein neueres Modell

1975: Der Ford Transit wird durch einen VW Bus als KDO ersetzt

1979: Ankauf des VW LT als KLF

1982: Umbau des Feuerwehrhauses, leider von Anfang an zu klein

1985: Ankauf einer weiteren TS der Marke VW Supermatic

1989: Adaptierung und Inbetriebnahme des ehemaligen „Milchkasinos“ der Milchgenossenschaft zu einem kleinen Gerätehaus

1992: Ankauf des bis heute in Verwendung befindlichen LFB-A

1997: Ersatz des alten KDO VW Bus durch einen neuen VW Kombi T4

2000 – 2002: Bau des neuen Feuerwehrhauses

11.07.2008: Gründung der Feuerwehrjugend

2011: Michaela Kohler wird als erste Kommandantin im Bezirk Tulln gewählt

14.06.2015: Weihe des neu angeschafften Versorgungsfahrzeugs, ein MAN TGM 13.290

Die Geschichte der FF Dietersdorf im Detail

Vorgeschichte

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich war geprägt durch die Regentschaft von Kaiser Franz Joseph.

Nach der Zeit der niedergeschlagenen Revolution von 1848 ging der absolutistisch herrschende Kaiser dazu über, Schritt für Schritt die Rechte der Bürgerschaft zu erhöhen. Das ermöglichte die zahlreiche Gründung von Vereinen mit verschiedensten Zwecken. Schon lange ergaben sich aus dem Wachsen von Dörfern und Städten und dem Steigen der Bevölkerungsdichte Probleme beim Löschen von anfangs kleinen Bränden. Durch unorganisierte und zu geringe Löschmaßnahmen konnten sich diese Brände rasend schnell ausbreiten und ganze Dörfer und Städte in Schutt und Asche legen. Deshalb wurden die Gemeinden zunächst dazu angehalten, geeignete Feuerlöschmittel wie Bottiche, Wannen, Feuerhaken und Leitern an leicht zugänglichen Stellen bereit zu halten. So konnte man die Reaktionszeit zwar erheblich verkürzen, die ausgebildeten Helfer fehlten aber nach wie vor.

So begann man in den 1860ern Freiwillige Feuerwehren zu gründen, 1861 war Krems ein Vorreiter in Niederösterreich.

In der heutigen Großgemeinde Sieghartskirchen war die FF Sieghartskirchen 1878 die Erste. Anlässlich des 50–jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph wurde auch in Dietersdorf die (mit finanzieller Hilfe verbundene) Gunst der Stunde genutzt und eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen.

 

Die Gründungszeit bis inklusive 2. Weltkrieg

Leider sind aus den Anfängen fast keine Dokumente mehr vorhanden, diese sind in den Wirren der zwei Weltkriege verloren gegangen. Die steinerne Gründungsurkunde, die heute im neuen Rüsthaus montiert ist, weist folgende Gründungsmitglieder aus:
Josef Ensfelder als Kommandant, weiters Ludwig Buchmeier, Leopold Werth, Josef Kerschner, Karl Matzenauer, Josef und Franz Haimerl, Josef Ulzer.

Die Matrikenbücher der Pfarre Abstetten weisen die genannten als Gastwirt, Bäckermeister, Bauer, Schneidermeister, Müller, und Schustermeister aus, also jenen Leuten, die im Dorf „das Sagen hatten“. Über das genaue Gründungsdatum ist leider nichts bekannt, auch Beschreibungen oder Fotos der ersten Feuerwehrspritze fehlen. Der Baugrund auf dem das erste „Spritzenhaus“ oder auch „Requisitenhaus“ errichtet wurde gehörte Karl Pucher, er schenkte das Areal der Feuerwehr.

Ein Kuriosum dazu: Zwar wurde die Schenkung auf der steinerne Gründungsurkunde vermerkt, Pucher ließ diese aber nie gründbücherlich eintragen. So ging der Grund nach seinem Tod in mehreren Generationen an seine Erben über, erst 1959 wurde der Platz durch eine Aufsandungserklärung der Erben der FF Dieterdorf übereignet.

Ansonsten war die Gründungszeit gekennzeichnet vom Mangel an Geld. Trotzdem mussten ein Haus gebaut, Uniformen bereitgestellt und Gerät beschafft werden. Alles das war nur möglich durch den unermüdlichen persönlichen Einsatz der Feuerwehrmänner. Das Gerät musste in Schuss gehalten werden um eine lange Nutzungsdauer zu garantieren, die 1927 gekaufte erste Motorspritze war fast 30 Jahre in Verwendung. Neben den materiellen Schäden an Haus und Hof, die der 2. Weltkrieg mit sich brachte, schlug das Einziehen der wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst schwere Breschen in den Mannschaftsstand der Feuerwehr.

 

Die Nachkriegszeit bis heute

Auch nach dem Ende des 2. Weltkrieges hatte sich die finanzielle Situation der FF Dietersdorf nicht wesentlich verbessert. Der Ball und das Maifest waren aber nicht nur die einzigen Einnahmequellen sondern bescherten der geplagten Bevölkerung zumindest für ein paar Stunden Unterhaltung, die sie die Sorgen des Alltages vergessen ließ.

1951 war die Wehr wieder auf 16 Mann angewachsen und die Gemeinde hatte den Ankauf von Helmen subventioniert. Das erste KFZ, ein alter Dodge aus Bestände der U.S. Army, ersetzte endlich den bis dahin von Pferden gezogenen Spritzenwagen.

Die 1960er Jahre werden als die Zeit des „Wirtschaftswunders“ bezeichnet, welches auch die Situation für die FF Dietersdorf verbesserte. Ein kontinuierlich ansteigender Mitgliederstand machte häufige Übungen notwendig um die Ausbildung auf einem hohen Niveau zu halten.

Nach und nach war es vor allem in den 1970er Jahren möglich, durch Feste und Spenden eine zeitgemäße Grundausstattung anzuschaffen, die in den 1980ern und 1990ern nur modernisiert und ersetzt wurde.

Ein Problem blieb aber in allen diesen Jahrzehnten: Das zu kleine Feuerwehrhaus. Verschiedene Zu- und Umbauten waren zum Teil nur durch Geldmangel erzwungenes „Flickwerk“.

Erst im neuen Millennium war es dann soweit dass in der Zeit von 2000 – 2002 ein komplett neues Feuerwehrhaus entstand. Das mit viel Weitsicht errichtete Haus enthält neben der Garage und den Spindräumen auch 2 Büros, sanitäre Anlagen, einen Mannschaftsraum, einen Schulungsraum und einen Lagerkeller mit Kühlraum.

 

Die Kommandanten der FF Dietersdorf und deren Stellvertreter

1898 – 1907: Josef Ensfelder / Ludwig Buchmeier

1908 – 1909: Florian Dosch / Anton Wirl

1910 – 1911: Josef Haimerl / Leopold Hüttinger

1912 – 1924: Josef Haimerl / Karl Pucher

1925 – 1929: Johann Boros / Anton Pucher

1930 – 1932: Anton Haimerl

1933 – 1945: Josef Mathuber

1945 – 1956: Anton Grill / Franz Gruber

1956 – 1965: Josef Schwarz / Franz Gruber

1966 – 1967: Josef Schwarz / Bruno Heher

1967 – 1971: Bruno Heher / Anton Mandl

1971 – 1981: Anton Mandl / Franz Seeböck

1981 – 1986: Anton Mandl / Josef Ginsthofer

1986 – 1991: Anton Mandl / Karl Sulzer

1991 – 2006: Karl Sulzer / Rudolf Bayer

2006 – 2008:  Karl Sulzer / Josef Bayer/ Herbert Sappert

2008 – 2011: Karl Sulzer / Herbert Sappert / Franz Sappert

2011 – 2016: Michaela Kohler / Herbert Sappert

2016 – dato: Markus Kellner / Harald Kink